Sonntag, 27. Dezember 2015

Sarah Neumann im Interview



-Magst du Dich mal kurz vorstellen?
Ich bin Sarah Neumann, meines Zeichens Steinbock und ich liebe romantische Fantasien, weshalb ich mich genau in diesem Bereich mit meinen Büchern bewege. Ich arbeite in einem regionalen Zeitungsverlag als Assistenz der Geschäftsführung einer Tochtergesellschaft, koche gerne und besitze eine Hündin, die ein ähnliches Temperament besitzt wie ich.
 

- Wie ist es dazu gekommen, dass Du mit dem Schreiben angefangen hast?
Das war ein ziemlich lustiger Zufall eigentlich. Mein zwei Jahre jüngerer Bruder und ich haben immer zusammen Hausaufgaben am Esstisch gemacht, und erst, wenn wir beide mit allem fertig waren, durften wir zusammen im Wald spielen. Da ich an diesem Tag schneller war, hab ich geschaut, was er machen musste. Er hatte von seiner Deutschlehrerin 5 oder 10 Worte bekommen, aus denen er eine Kurzgeschichte schreiben sollte. Mir war, ehrlich gesagt, langweilig, da ich ja nicht helfen durfte, also habe ich zu diesen Worten auch eine Geschichte geschrieben und die ist dann mal eben einige handgeschriebene Seiten ausgefallen, während die meines Bruders knapp eine drei Viertel Seite lang war. Das hat mir irgendwie so viel Spaß gemacht, dass ich immer mal wieder geschrieben habe, zu Weihnachten oder Ostern oder einfach mal so. Und irgendwann waren die 100 Seiten geknackt und der erste Roman war geboren.
 

-Hast Du – außer Schreiben - noch eine andere Leidenschaft?
Ich bin vernarrt in Spiele! Egal, ob Gesellschaftsspiele, Kartenspiele oder Konsolenspiele. Ein bunter und lustiger Abend mit Freunden und der Familie ist immer was ganz Besonderes für mich.
 

- Haben persönliche Erlebnisse Einfluss auf Deine Romane?
Vermutlich. Ich kann jetzt keines benennen, aber ich gehe davon aus, dass nicht nur persönliche Erfahrungen, sondern auch Träume und Ängste ganz viel unbewussten Einfluss nehmen, den der Autor selbst wahrscheinlich gar nicht so herauslesen kann. Die Menschen, die ihn gut kennen, dagegen sehr wohl.
 

- Hast Du Rituale beim Schreiben?
Ja, das hab ich schon irgendwie. Zuerst einmal habe ich zu jeder Idee und jedem Skript meine individuelle Musik. Das können Lieder sein, in denen ich Ideen gespeichert habe, oder einfach welche, die mich in eine bestimmte Gefühlsrichtung bringen, wenn ich in dieser gerade schreiben »muss«. Weiter lese ich vor dem Schreiben immer das vorherige Kapitel Korrektur. Das erspart mir in der Endkorrektur einiges an Arbeit und zweitens bin ich dann wieder direkt in der Story angekommen, wo ich anknüpfen muss.
 

- Wenn Du eine traurige, witzige oder spannende Szene schreibst, fühlst du dann mit?
Und ob ich das tue! Manchmal ist es so heftig, dass ich mir selbst Albträume beschere, mir schlecht wird oder ich einfach weine. Ich bin generell ein sehr emotionaler Mensch, der sich schnell in Dinge hineinsteigern kann. Das passiert mir auch beim Schreiben, dass manchmal Dinge passieren, die so gar nicht geplant waren und dann stehe ich vor dem Scherbenhaufen und weiß nicht, wohin mit meinen Gefühlen - die meistens dann die meiner Protagonisten sind.
 

- Wenn Du einen neuen Charakter entstehen lässt, orientierst du Dich dann an Personen in deinem Umfeld?
Nein. Ich achte, soweit es geht, dass keine Parallelen gezogen werden, dass sich niemand in meinen Charakteren derart wiederfindet. Ich möchte frei sein, die Figuren eigenständig handeln lassen können, ohne mir Sorgen machen zu müssen, dass irgendjemand sich auf den Fuß getreten fühlt.
 

- Hast du auch noch andere Namen, unter denen Du schreibst?
Nein, ich schreibe nur unter Sarah Neumann.
 

- Welcher Ort inspiriert Dich am meisten oder ist es eine Person?
Mich inspirieren die unterschiedlichsten Dinge. Ein »am meisten« gibt es eigentlich nicht, da sich jede Idee ihre Inspiration in was anderem sucht. Ob es ein Lied, ein Blatt im Wind, der Mondschatten auf den Straßen oder eine flüsternde Muse auf meiner Schulter ist.
 

- Was machst Du, nachdem du ein Buch fertig geschrieben hast? Stürzt Du dich direkt ins nächste Schreibabenteuer?
Fertig geschrieben bedeutet ja nicht, dass es wirklich fertig ist. Wenn ich das letzte Wort geschrieben habe, bin ich erst mal einige Stunden, manchmal auch Tage, zwischen Glück und Trauer hin und her gerissen. Danach setze ich mich an die Überarbeitung, ehe das Skript zu meinem Testleserkreis geht. Bis die dann alle fertig sind und ich Feedback habe, bereite ich die nächsten Ideen vor, also quasi die nächste Story, die eine neue oder ein Folgeband sein kann. Meistens, ehe ich mit dem neuen Projekt beginne, arbeite ich dann alle Korrekturen ein. Es kann sich aber auch miteinander vermischen. Ohne Projekt bin ich allerdings nie wirklich, denn meine Muse flüstert und das immer.
 

- Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?
Im Moment schreibe ich, ganz untypisch für mich, keinen Romantik Fantasy Roman, sondern einen reinen Liebesroman. »Herz im Kopf« wird in 2016 beim Drachenmond Verlag erscheinen. Und darum wird es gehen:
Robin sucht den Mann fürs Leben und meldet sich auf einem Datingportal an. Als die heiße Phase beginnt, kann sie wegen eines Unfalls jedoch nicht hingehen und bittet ihre Zwillingsschwester. Alexis soll sich für sie ausgeben und auf diesem Blind Date den perfekten Mann finden – und trifft auf Matt, der sie nicht nur vergessen lässt, wieso sie eigentlich zu dieser Veranstaltung geht, sondern plötzlich als neuer Kollege auf der Arbeit auftaucht und ihre Gefühlswelt gehörig auf den Kopf stellt.
 

- Wie wichtig sind Dir Rezensionen? Wie sehr nimmst Du dir Kritik zu Herzen?
Rezensionen sind für mich sehr wichtig, weil ich in ihnen versuche, die Meinungen der Leser über mein Buch und damit meine erschaffene Welt zu erfahren. Dabei habe ich mich, um mal ein Beispiel zu nennen, sehr über eine drei und vier Sterne Rezension zu meinem Buch »Love Bites (1) - Küss mich« gefreut, wo sich zwei Leser über die überaus naive Art meiner Protagonistin gewundert haben. Gefreut habe ich mich deshalb, weil es für mich die Bestätigung war, dass sie richtig rübergekommen ist. Mir ist klar, dass einige Menschen mit relativ naiven Mädchen nicht umgehen können, aber die Hintergründe, das Warum und Wieso erschließt sich in den Folgebänden. Und genau das habe ich auch unter die Rezensionen kommentiert, nachdem ich mich recht herzlich bedankt habe.
 

-Was bewunderst Du an anderen Autoren? Hast Du ein Vorbild?
Ich bewundere an anderen Autoren die Nähe und den direkten Kontakt mit ihren Lesern. Das habe ich bisher nur teils über meine Facebookseite oder den Wattpadaccount hinbekommen, wo ich aktiv Feedback zu einzelnen Kapiteln erhalte. Ein direktes Vorbild habe ich dabei nicht.
 

-  Was ist bis jetzt der schönste Moment in Deiner bisherigen Zeit als Autorin gewesen?
Der schönste Moment war, als Tobias Eisermann vom Eisermann Verlag mich angeschrieben hat, um mir zu sagen, dass er meine Schicksalssaga (Koboldreihe, beginnend mit Teil 1: Die Schicksalsseherin) verlegen möchte. Kurz vorher habe ich herbes Feedback bekommen, dass man sich meine Kobolde nicht sexy vorstellen könnte, wo ich leider nur den Kopf drüber schütteln konnte. Sie sollten nicht sexy sein. Es ist keine Erotikreihe, sondern eine Romantik Fantasy Reihe und Tobias Eisermann teilte genau dieselbe Überzeugung wie ich, dass wir uns da sehr schnell einig geworden sind und ich nun stolze Autorin in seinem Verlag sein darf.
 

- In welchem Buch würdest du gerne mal die Hauptrolle spielen? Wer wärst du da?
Ich würde mich für die Rolle von Elizabeth Masterson aus »Solange du da bist« versetzen wollen. Ich liebe die Idee hinter diesem Buch, die Romantik, die Vorsehung ... es ist einfach mein Lieblingsbuch.
 

- Was würdest du angehenden Autoren mit auf den Weg geben?
Der eigene Stil entwickelt sich nicht über Nacht, eine Idee reift nicht in einem halben Jahr und ist nicht fertig, wenn sie geschrieben ist. Ein Buch zu erschaffen, die Welten darin und das ganze Geflecht drumherum bedeutet eine Menge Arbeit, die viel Zeit, Geduld - vor allem mit sich selbst - und Nerven kostet. Es gilt, nicht aufzugeben und sich nicht kleinreden zu lassen, dennoch den Blick und die Offenheit für konstruktive Kritik zu haben. Denn in Wahrheit ist ein Buch niemand »fertig«.

Vielen lieben Dank, dass Du Dir die Zeit für das Interview genommen hast.

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