Mittwoch, 3. August 2016

Interview mit Carin Müller



Liebe Carin , magst du dich einmal kurz vorstellen?

Ich bin ein echtes Münchner Kindl, das aber nun seit 13 Jahren in Frankfurt lebt. Mittlerweile sogar mit großer Begeisterung! Ich reise wahnsinnig gerne (am liebsten ans oder aufs Meer), liebe es gut zu essen (leider) und zu kochen und kann nicht einschlafen, ohne zu vorher wenigstens ein paar Zeilen zu lesen.


Wie hast du die Liebe zum Schreiben entdeckt?

Ich habe mir schon immer gerne Geschichten ausgedacht. Mein erstes "schriftstellerisches" Erlebnis dürfte in der dritten Klasse gewesen sein, als wir in der Schule einen Aufsatz über unser schönstes Ferienerlebnis schreiben mussten. Ich war in den Ferien aber nur bei meiner Oma, das schien mir zu langweilig. Dann habe ich mir einfach etwas ausgedacht ...


Du bist ein Frau mit viele Gesichtern – wie viele Pseudonyme hast du?

Ach, das Gesicht bleibt immer gleich, das ändert sich nicht. Aber hinter der Fassade tummeln sich etliche Gestalten. Im Moment schreibe ich unter vier verschiedenen Namen:
  1. als Carin Müller humorvolle bis tiefgründige Romane
  2. als Charlotte Taylor die prickelnde Reihe "Hot Chocolate"
  3. als Nirac Rellum (rückwärts für Carin Müller) habe ich eine kleine Science-Fiction-Geschichte verfasst (und reichlich geplant)
  4. und als "Spielerfrau Carrie" treibe ich auf meinem Fußball-Blog 11spielerfrauen.de mein Unwesen.


Kommst du da nicht mal durcheinander, wenn jeder dich anders ruft?

Bisher kriege ich das ganz gut hin. Auf den Buchmessen werde ich gleichermaßen Carin oder Charlotte genannt – je nachdem welcher Fan mich anspricht. Nirac hat mich noch keiner gerufen, und Carrie war vor vielen Jahren mein Spitzname im Englisch-Unterricht. Alles noch im grünen Bereich.


Wie war es für dich, dein erstes eigenes Buch in den Händen zu halten?

Das war wirklich ein unglaublich tolles Gefühl! Unbeschreiblich und irgendwie surreal nach so vielen Jahren des Wartens. Es war der Roman "Mopsküsse", der 2009 bei Goldmann erschienen ist – zwei Jahre, nachdem das Manuskript fertiggestellt war ...


Was war bis jetzt das Witzigste oder Spannendste was du zu Recherchezwecken gemacht hast?

Hm, gar nicht so einfach... Sehr nervenzerfetzend war sicherlich der Fallschirmsprung, den ich mal gemacht habe. Vor vielen Jahren für eine Radioreportage. Ein Erlebnis, das ich nicht zwingend wiederholen muss. Am schönsten waren sicher meine Segeltörns.


Deine Protagonisten sind sie frei erfunden oder hast du Personen aus deinem Umfeld mit einbezogen?

Sagen wir es so: Die meisten Figuren sind komplett erfunden, aber für einige wurde ich ein bisschen stärker von der Wirklichkeit inspiriert. ;-)


Wie aufregend wäre es für dich, dein erstes Hörbuch aufzunehmen? Hast du schon mal darüber nachgedacht?

Habe ich in der Tat und ich würde mich sehr freuen, wenn es von meinen Romanen auch Hörbuch-Versionen gäbe. Allerdings möchte ich sie nicht selbst einsprechen. Professionelle Sprecher/Schauspieler können das viel besser. Das fände ich wirklich SEHR cool!


Kannst du uns exklusiv etwas über dein neues Projekt verraten?

Leider nein – ist noch Top Secret! Aber bald kann ich hoffentlich die Katze aus dem Sack lassen. Ich kann nur so viel sagen: es wird hothothot!
Im September erscheint aber mein neuester Carin Müller-Roman. Er heißt "Tage zwischen Ebbe und Flut" und ist eine echte Herzensangelegenheit. Es geht nämlich um das Thema Alzheimer und wie Patienten und Angehörige damit umgehen. Keine Sorge, es ist nicht traurig, sondern ein humorvoller Blick auf eine ziemlich beschissene Krankheit – manche Dinge lassen sich mit einem Lachen eben leichter ertragen.


Wie fühlt sich der Erfolg an? Merkst du, dass es real ist oder denkst du weiterhin, du träumst?
Wie kam es dazu?

Dazu kann ich nicht wirklich viel sagen, denn dazu müssten wir erst einmal definieren, was Erfolg denn genau ist. Verkaufszahlen? Likes auf Facebook? Anzahl an 5-Sterne-Rezensionen? Geld auf dem Konto? Da gibt es so viele Parameter, um "Erfolg" zu messen. Ich will es mal so sagen: Es ist harte Arbeit und ein sehr mühsamer Weg. Aber ich freue mich und bin stolz darauf, dass ich mich Stück für Stück mehr durchbeiße.


Wie wichtig ist dir persönlich der Kontakt zu deinen Lesern?

Sehr, sehr wichtig! Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie sehr ich mich freue, wenn sich ein Leser die Mühe macht, mir eine Mail oder eine persönliche Nachricht auf Facebook zu schreiben. Wenn er oder sie dann auch noch schwärmt, dass ihm/ihr mein letztes Buch oder meine Art zu schreiben so gut gefallen, dann laufe ich den restlichen Tag mit einem breiten Lächeln im Gesicht herum. Und wenn ich auf Messen oder Lesungen direkten Kontakt zu den Lesern habe, ist es einfach nur ein Fest. Also, seid nicht schüchtern und sprecht mich an – ich LIEBE es!!

Wie aufgeregt warst du bei deinen ersten Lesungen?

SEHR!! Ich bin immer noch aufgeregt, aber glücklicherweise ist es lange nicht mehr so schlimm wie bei den ersten zwei, drei Malen. Das war ziemlich mörderisch.


Wenn du die Hauptrolle in einem Buch wärst, wer wärst du gern?

Puh, schwierige Frage. Ich glaube, mir reicht es schon, dass ich die Hauptrolle in meinem eigenen Leben führe. Damit bin ich wirklich restlos ausgelastet.


Kann man signierte Bücher direkt bei dir bestellen oder an wen sollten wir uns wenden?

Das geht für die meisten Titel direkt bei mir. Einfach über Facebook kontaktieren oder meine Websites (www.carinmueller.de oder www.charlottetaylor.de) besuchen, da stehen alle Infos drin.


Wann treffen wir dich das nächste Mal auf einer Messe oder einer Lesung an?

Spätestens bei der Frankfurter Buchmesse! Da bin ich jeden Tag anzutreffen! Wann genau, stelle ich Anfang Oktober online. Lesungen ergeben sich manchmal sehr kurzfristig. Das nächste Mal bin ich bei einer kleinen, privaten Wohnzimmerlesung. Wenn es terminlich passt, mache ich so etwas nämlich auch sehr gerne. Einfach nachfragen.


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1 Kommentar:

  1. Die Hauptrolle im eigenen Leben, das hast Du sehr treffen gesagt.

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